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Großes für die Kleinen

Autor: Susanne Gilg
Artikel vom 30.11.2021

Neubau des Kindergartens Arche Noah

Vier neue Gruppen, Platz für 80 zusätzliche Kinder: das bietet der Erweiterungsbau des Kindergartens Arche Noah, den die Stadt St. Blasien im November 2021 an die katholische Kirchengemeinde als Trägerin übergeben hat. „Wir stärken damit unseren Standort und bauen die Kinderbetreuung aus“, sagt Bürgermeister Adrian Probst. 3,8 Millionen Euro hat die Stadt in die Hand genommen, um die Erweiterung zu realisieren. „Doch ohne Fördermittel wäre das nicht möglich gewesen“, hebt Probst hervor. Die Stadt hat für den Neubau eine Million Euro aus dem Ausgleichstock sowie Fördermittel aus dem Zusatzprogramm der Stadtsanierung „Soziale Integration im Quartier“ in Höhe von 708.000 Euro erhalten.

Beitrag zu den Zielen des Klimaschutzes

Eine helle, freundliche und gemütliche Atmosphäre strahlen die hohen Holzwände im Erweiterungsbau des Kindergartens Arche Noah aus: Decken und Wände aus Vollholz, die Holztreppen und Möbel sorgen schon beim Reinkommen für ein wohliges Gefühl.  „Alle Elemente, inklusive der Schrauben, sind aus Holz“, berichtet Bauamtsleiter Manuel Ebner, der das Bauprojekt federführend begleitet hat. „Wir sind davon überzeugt, dass wir nachhaltig bauen müssen – und nachhaltig bauen im Schwarzwald heißt: mit Holz bauen“, erklärt Bürgermeister Adrian Probst. „Wir möchten damit auch unseren Beitrag zu den Zielen des Klimaschutzes leisten, wir möchten aber auch den Kindern vermitteln, was Heimat heißt, was Schwarzwald heißt – und dabei spielen Architektur und Baukultur eine ganz wichtige Rolle. Wenn man hier die Räume betritt, spürt man sofort, was Heimat ausmacht, was Schwarzwald ausmacht. Das macht einfach Spaß und Freude – nicht nur den Erwachsenen“, fügt Probst hinzu. Konstruktiv folgt der Neubau des Kindergartens dem Bauprinzip der traditionellen Bauweise im Schwarzwald: „Das erdberührte Untergeschoss besteht aus einer massiven Betonkonstruktion, aber der eigentliche Kindergarten darüber besteht fast ausschließlich aus Holz: Massivholzdecken und -wände mit Holzweichfaserdämmung und hinterlüfteter Holzfassade und ein Dach aus Brettsperrholzelementen mit Holzweichfaserdämmung“, erklärt Architekt Manfred Sautter vom Architekturbüro Spiecker Sautter Lauer in Freiburg. Durch diese Bauweise werde der Einsatz von sogenannter grauer Energie gegenüber einer konventionellen Massivbauweise auf ein Minimum reduziert. Insgesamt wurden rund 800 Kubikmeter Holzbaustoffe verbaut – gegenüber einer konventionellen Massivbauweise vermindert sich hierdurch der CO2- Einsatz um 46,4 Prozent, hinzu kommt die langfristige Einbindung von Kohlenstoff im Gebäude.

St. Blasier Stadtfarben als Gestaltungselement

Hervorzuheben ist laut Sautter der Unterschied zu der derzeit noch üblichen Holzständer- oder Rahmenbauweise. „Im Gegensatz zu dieser wird bei den mit Buchenholzschrauben zusammengefügten Brettsperrholzelementen auf verleimte oder Kunststoff gebundene Holzprodukte weitgehend und auf mineralische Dämmungen vollständig verzichtet.

Die zusätzliche Wärmedämmung besteht aus Holz-Weichfaserplatten, die ebenfalls regional erzeugt werden. Das ganze System ist dampfdiffusionsoffen. Dies macht sich nicht nur in der Raumqualität bemerkbar, sondern erleichtert auch den Rückbau am Ende des Lebenszyklusses“, so Sautter. Der Einsatz von Vollholz lasse die positiven Eigenschaften des Materials optimal zutage treten: Wärmedämmung und -speicherung, hervorragende statische Eigenschaften bei geringem Gewicht, angenehmes Raumklima mit warmer, trockener Atmosphäre. Die sichtbaren Holzoberflächen der Wände innen und außen treten in Kombination mit den Farben der Stadt St. Blasien an Fenstern, Türen, Möbeln und auf den Böden auch als Gestaltungselement in Erscheinung. Nun laufen im Erweiterungsbau die letzten Bauarbeiten noch, der Kindergarten wird eingerichtet: „Jetzt bieten wir das warme Mittagessen bei uns in der Einrichtung an und nächstes Jahr bauen wir Stück für Stück den Ganztag aus und freuen uns, wenn Leben in den Neubau kommt“, sagt Kindergartenleiterin Andrea Boskovic.

Info: Einen Video-Rundgang durch den Neubau gibt es hier; Informationen aus dem Architekturbüro Spiecker Sautter Lauer gibt es hier.

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