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Autor: Susanne Gilg
Artikel vom 05.07.2021

Unterwegs mit dem Gemeindevollzugsdienst: Ralf Gerspacher

Wenn Ralf Gerspacher zur Party in der ZOB-Tiefgarage kommt, hält sich die Freude über seine Anwesenheit in Grenzen. Denn wenn der Gemeindevollzugsdienst auftaucht, ist die Party vorbei. Doch an diesem Freitagmorgen sind die drei Jugendlichen, die sich in der Tiefgarage zum Biertrinken und Rauchen verabredet haben, gleich einsichtig, räumen ihre Sachen weg, löschen die Zigaretten und verlassen die Garage. „Der Bauhof muss ein- bis zweimal pro Woche die Tiefgarage reinigen, in letzter Zeit haben wir Probleme mit Farbschmierereien, die dann teuer wieder übermalt werden müssen“, berichtet Gerspacher. „Diese Problematik kann nur durch hohe Präsenz gelöst werden“, ist Ralf Gerspacher überzeugt. „Wenn die Jugendlichen wissen, dass sie in der Tiefgarage keine Narrenfreiheit haben, kommen sie eines Tages nicht mehr“, fügt er hinzu. Dabei arbeitet er auch eng mit dem Polizeiposten St. Blasien zusammen, dem er mitunter auch bei Hausdurchsuchungen zur Seite steht.

17 Parkautomaten hat Ralf Gerspacher Tag für Tag im Blick. Dazu gehören auch die Automaten in Menzenschwand. Mehrfach täglich kontrolliert er, ob Besucher Parktickets gelöst oder ihre gelöste Parkzeit überschritten haben. „Im Winter habe ich alleine am Mösleparkplatz 70 Verwarnungen in einer Stunde ausgestellt – da hatten sich die Leute wohl gedacht, dass am Wochenende niemand kontrolliert.“ Bei seiner Arbeit kommt es auch zu kuriosen Begegnungen: So hatte er es an einem Tag mit einem Mann zu tun, den er innerhalb von drei Stunden an drei verschiedenen Orten aufgeschrieben hat. „Er hat dann nicht verstanden, wieso er für alle drei Vergehen nicht nur eine einzige Verwarnung bekommen hat“, sagt Gerspacher. Ein paar Meter weiter kommt an diesem Tag ein Italiener auf ihn zu und fragt, ob er die Strafe wirklich bezahlen muss. Der Mann hatte neben dem Dom kein Parkticket gelöst. „Okay, hier in Deutschland mache ich keine Diskussion, bringt ja nix – in Italien hätte es vielleicht geklappt“, sagt der Mann und grinst verschmitzt, nachdem Gerspacher ihn aufgeklärt hat, dass er die Strafe zahlen muss. Andere wiederum sind nicht einsichtig, wollen diskutieren: „Auf solche Gespräche muss man sich einlassen“, sagt Gerspacher. „Die Leute fragen viel nach, viele wollen feilschen.“ Wichtig ist ihm dabei, die Ruhe zu bewahren und beschwichtigend zu wirken. Die meisten Begegnungen, die er hat, sind gut. „Doch es gibt auch einige unerfreuliche Begegnungen, damit muss man klarkommen.“ Der Job macht ihm Spaß, „kein Tag ist wie der andere“.

Zu seiner Tätigkeit gehört neben der Parkraumüberwachung derzeit auch die Kontrolle der Corona-Verordnung. „Zum Beispiel habe ich ein Auge darauf, ob in Cafés die Abstände eingehalten werden oder auf dem Markt die Maskenpflicht beachtet wird.“

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